Vorbereitung

Wie es anfing

September 1996: Ich lerne einen Instinkto-Rohköstler kennen, der als Entwicklungsingenieur in der gleichen Abteilung arbeitet, in der ich meine Diplomarbeit schreibe. Er inspiriert mich und erzählt mir von seinen Erfahrungen. Er lebt sehr isoliert und wird von seinen Kollegen als verrückt wahrgenommen. Ziemlich chaotisch ist er jedenfalls offensichtlich.

Vorweihnachtszeit 1996

Mit einer ehemaligen Klassenkameradin gehe ich in einen aufregenden energetischen Kontakt. Wir verbringen einige Zeit miteinander, die jedoch nicht sexuell und auch kaum bis nicht erotisch verläuft, schon aber sehr energetisch und lustvoll. Nach dem Weihnachtsfest ruft sie mich an und teilt mir zwischen den Zeilen mit, dass sie sich in mich verliebt habe.
Dies löst in mir eine Schuld aus, sie dahin manipuliert zu haben –  was auch meiner Wahrnehmung entspricht, weil ich mein Muster erkenne, Frauen dahingehend zu manipulieren, sich in mich zu verlieben. Und dann nach einer neuen zu suchen, die sich in mich verliebt: Je mehr Frauen mich lieben, desto besser geht es mir.
Eine koabhängige Struktur und natürlich eine Mutterprojektion. So oder so, ich entschuldige mich bei der Klassenkameradin und die emotionale Bindung, die Energie, die uns eine schöne Zeit brachte, bricht augenblicklich zusammen. Ich entscheide mich, nie mehr eine Frau zu manipulieren, um das Gefühl von geliebt zu werden zu bekommen. Es entsteht in mir eine gewisse Leere, die ich zu kompensieren suche.
Der Rohkost-Arbeitskollege empfiehlt mir das Buch „Die harmonische Ernährung“ von Dr. Devanando O. Weise. Ich kaufe es mir und beginne eine Testphase von einer Woche, in der ich die Rohkosternährung ausprobieren möchte. Nach einer Woche Rohkost, Montag bis Samstag, esse ich am Sonntag drei Stücke meines Lieblingskuchens bei meiner Mutter. Danach fühle ich mich derart erschlagen, dass das mir die Bestätigung gibt, mit der Rohkosternährung zu beginnen.

Dass ich damit eine Suchtverlagerung vollzog von emotionaler Koabhängigkeit hin zu bulimischen Essstörungen, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht bewusst.

Von Februar 1999 bist Anfang 2000 schaffte ich es, mich zu 100 Prozent von Rohkost zu ernähren und erlebte eine sehr positive Zeit und ein derartiges Stimmungshoch, das mich am 25.09.1999 ermutigte, meinen ungeliebten Job zu kündigen. Aus dieser Zeit existiert noch mein im „Natürlich Leben“-Magazin veröffentlichter Bericht „Rohkostaktivitäten aus Südkalifornien“.
Die soziale Kontaktlosigkeit und ungewisse Arbeits- und Geldsituation führen dazu, wieder das Essen als Kompensation der Leere zu benutzen:
Ich war in einer Suchtspirale gefangen.

In der Zeit des Hochs 1999 kaufe ich mir das Buch Lichtnahrung von Jasmuheen. Ich kann nichts damit anfangen. In der Rohkostszene ist es ein immer währendes Thema. Aber ich habe niemanden kennengelernt, der den Lichtnahrungsprozess durchlebt hatte und von eigenen Erfahrungen erzählen konnte.

Erst im Jahr 2004 wird das Thema wieder aktiviert,  als Ricoh (leider hat er seine Webseite gelöscht) im Männertreffen beim Stamm Füssen von sich und der Lichtnahrung erzählt. Ich höre noch das Gelächter, als er die Frage nach der Häufigkeit seines Stuhlgangs mit „einmal im Monat“ beantwortet. Ich kaufe mir das neu erschienene Buch des Wissenschaftlers Michael Werner Leben durch Lichtnahrung und lerne im Jahr 2005 einige Menschen kennen, die den Prozess durchlaufen haben. Dann telefoniere ich auch mit dem Heilpraktiker Christopher Schneider und schaue zuvor zwei Videos von ihm aus dem RiWei-Verlag zum Thema Lichtnahrung.

Mystisch war auch, wie ich zu diesem Video gekommen bin. Ich bekam ein Werbeschreiben vom RiWei-Verlag. Dort sehe ich das Video. Aber was mich fast vom Hocker gehauen hat: das auf der Kassette aufgedruckte Datum und der Ort! Der Vortrag lief nämlich am 25.09.1999 in Regensburg. Genau an diesem Tag, an meinem 30. Geburtstag, war ich am Höhepunkt meiner Rohkosterfahrung, gerade bei einer Freudin in Regensburg und habe mich entschlossen, mein Leben radikal zu verändern.
Ist das nicht unglaublich? Ich kann es nur als eine mystische Fügung bezeichnen.

Da die Geburt meines Sohnes bevor stand und ich mir das Lichtnahrungsseminar gerade nicht leisten konnte, trat die Thematik wieder in den Hintergrund.

Erst am 22.04.2010 wird das Thema wieder, jetzt zum 3. Mal, aktiviert. Und zwar durch einen Termin bei einem ayurvedischen Arzt. Der soll mich bzgl. Ernährung und Gesundheit beraten, weil ich von den schulmedizinischen Theorien über meine Verdauungsstörungen verwirrt und frustriert bin. Er meint, ich hätte zu viel Pitta und solle auf vegane Rohkosternährung umsteigen. Wenn ich was kochen wolle, dann Kartoffeln, dazu wenig gutes Salz und viel gutes Leinöl. Auf Kaffee, Fleisch, Wurst sowie stark gewürztes Essen solle ich verzichten. Oder ich solle, das sehe er in meinem Energiefeld, gleich auf Lichtnahrung umsteigen.
Ich bin von dem Arztbesuch regelrecht initiiert, grabe meine Lichtnahrungsbücher und Videos wieder aus den Umzugskisten und verschlinge sie.
Außerdem stelle ich meine Ernährung sofort so um, wie er mir empfohlen hat. Schon nach zwei Tagen geht es mir viel besser. Keine Schweißausbrüche mehr und warme Hände und Füße. Wichtig,  sagte er, sei für mich, mich einmal pro Woche mit Sesamöl einzureiben und natürliche Kleidung zu tragen.
Letzteres macht tatsächlich extrem viel aus.

Die Durchführung